Problematischer Umgang mit Patient*innen
- Pro:
- Mitpatient*innen
- Kontra:
- belastender Umgang, fehlende Unterstützung
- Krankheitsbild:
- rezidivierende Depression, Ängste
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Bei mir wurde ein 6-wöchiger Aufenthalt in der Tagesklinik geplant, den ich nach 3 Wochen abbrechen musste.
Zu Beginn meines Aufenthaltes erklärte ich meiner Therapeutin, dass ich unter anderem wegen meiner Erfahrungen mit Übergriffen dort sei. Ungeachtet dessen wurde ich in den drei Wochen dreimal von unterschiedlichen Personen des Therapie-Teams darauf angesprochen, dass ich zu viel Haut zeigen würde u. mich umziehen müsse.
Darauf folgten Diskussionen, in welchen ich erklärte, dass mich die Gespräche über meinen Körper u. Kleidung stark triggerten. Sowohl meine Therapeutin als auch die restlichen Personen des Teams mit welchen ich sprach, fokussierten sich aber lediglich darauf die Regel durchzusetzen. Schriftlich erhielten Patient*innen die Regel sich angemessen zu kleiden. Was dies genau bedeutet sei „im persönlichen Ermessen“ der Personen des Teams. Deshalb musste ich mir unterschiedliche Anweisungen zu Schulter-Bedeckung, Ausschnitt und Rocklänge anhören. Auch die Begründungen variierten.
Zuletzt waren ein Tanktop und Rock bis kurz über die Knie "unangemessen". Da wir uns zu der Zeit in einer Hitzewelle befanden, trugen viele andere Patient*innen ähnliche oder kürzere Kleidung. Nachdem ich mit vielen meiner Mitpatient*innen sprach, zeigte sich, dass scheinbar nur eine weitere Patientin, ebenfalls Anfang 20, auf die Länge ihrer Kleidung angesprochen wurde.
Als ich ansprach, dass die "Regel" nicht auf alle Patient*innen gleich zu gelten schien, bekam ich keine Erklärung. Ich bemerkte, dass ich dann auf Sexismus schließen würde. Dies blieb ungeklärt.
Der Versuch mir mit den erlebten Belastungen durch diese Situationen zu helfen blieb aus. Ich verließ die Klinik im Konflikt mit dem Team.

